SFU PREPAufnahmetest

Kosten und Finanzierung

SFU Medizin Kosten 2026: die realistische Gesamtrechnung

14.179 € pro Semester, sechs Jahre Regelstudienzeit, plus Bewerbungsgebühr, Pflichtkurse und Lebenshaltung in Wien. Hier steht, was das Medizinstudium an der SFU wirklich kostet — ohne Beschönigung, mit Quellen und mit Finanzierungswegen, die in der Praxis funktionieren.

Die Gesamtrechnung in einer Zahl

Wer ehrlich rechnet, kommt für das komplette Bachelor- und Masterstudium Humanmedizin an der SFU auf eine Größenordnung zwischen 170.000 € und 190.000 € reiner Ausbildungskosten — abhängig davon, ob du den Vorbereitungs- und den Latein-Ergänzungskurs brauchst. Plus Lebenshaltung in Wien für sechs Jahre, was die Gesamtbelastung auf 250.000 € bis 290.000 € steigert.

Diese Größenordnung sollte vor jeder Bewerbung geklärt sein — das psychologische Einzelgespräch fragt die Finanzierung aktiv ab und merkt sofort, wenn die Antwort nicht trägt.

Studiengebühren pro Semester

Mit Wintersemester 2026 hat die SFU die Studiengebühr für Humanmedizin auf 14.179 € pro Semester angehoben — eine Erhöhung von zuvor 13.250 €. Über zwölf Regelsemester (sechs Jahre) ergeben sich daraus rund 170.000 € Studien- gebühren allein.

Die Gebühr wird in der Regel semesterweise nach Rechnungs- erhalt fällig. Wer eine individuelle Zahlungsvereinbarung braucht, wendet sich an die Abteilung Med-Accounting der SFU. Eine Anpassung der Studiengebühren für künftige Semester ist möglich; verbindlich gilt jeweils die zum Semesterbeginn aktuelle Höhe.

Bewerbungsgebühr und Rückerstattung

Mit Abschluss der Online-Bewerbung wird eine Bearbeitungs- gebühr von 700 € für das gesamte Aufnahmeverfahren fällig (Online-Bewerbung plus Testungen). Die Zahlung erfolgt nach Rechnungserhalt durch die Abteilung Med-Accounting.

Wer nach Abschluss der Online-Bewerbung doch nicht zu den Testungen antritt, kann bis spätestens zehn Werktage vor dem zugeteilten Termin schriftlich zurücktreten. In dem Fall werden 600 € rückerstattet, die SFU behält 100 € für die erste Bewerbungsphase ein. Wer nicht fristgerecht absagt, verliert die volle Gebühr — eine Teilerstattung gibt es dann nicht.

Pflichtkurse: Vorbereitung und Latein

Naturwissenschaftlicher Vorbereitungskurs (Biologie)

Die SFU verlangt einen Nachweis über mindestens vier Wochenstunden Biologie in der gesamten Oberstufe. Wer das nicht durch Stundentafel oder schulische Bestätigung erbringen kann (deutsche Bewerber mit Bio-Leistungskurs oder Bio-Abiturfach sind davon automatisch befreit), muss den zweiwöchigen Vorbereitungskurs der SFU MED absolvieren. Er findet zwei Wochen vor Studienbeginn statt — für 2026 vom 17. bis 28. August — und kostet rund 850 € inklusive Prüfung in Biologie.

Latein-Ergänzungskurs

Latein ist keine Zulassungsvoraussetzung, aber bis Ende des Bachelorstudiums Pflicht. Wer kleines Latinum, mindestens zehn Wochenstunden Schul-Latein oder ein gleichwertiges Zertifikat vorweisen kann, ist erledigt. Wer nicht, muss den 4-semestrigen Ergänzungskurs an der SFU MED besuchen. Pro Semester rund 480 €, insgesamt also etwa 1.920 € zusätzlich, verteilt über die ersten vier Semester des Bachelorstudiums.

Übersicht in Zahlen

Pflicht für alleBetrag
Bewerbungsgebühr
einmalig, 600 € rückerstattbar bei rechtzeitigem Rücktritt
700 €
Studiengebühr pro Semester (ab WS 2026)
12 Semester, semesterweise zahlbar
14.179 €
ÖH-Beitrag pro Semester
gesetzlicher Pflichtbeitrag der Hochschülerschaft
ca. 26,20 €
Optional / bedingtBetrag
Naturwissenschaftlicher Vorbereitungskurs
verpflichtend bei fehlendem Biologie-Oberstufennachweis
ca. 850 €
Latein-Ergänzungskurs pro Semester (1.–4.)
verpflichtend bei fehlendem Latinum / 10 WS Schul-Latein
ca. 480 €
VMZ Vorbereitungskurs Zahnmedizin
nur für Master-Übergang in Zahnmedizin, nicht für Humanmedizin-Bachelor
ca. 3.500 €

Lebenshaltung in Wien

Wien ist im österreichischen Vergleich teuer, im westeuropäischen Vergleich gemäßigt. Realistische Spannen für Studierende:

  • Miete: 500 bis 800 € pro Monat für ein WG-Zimmer in zentraler Lage; 900 bis 1.300 € für eine kleine eigene Wohnung
  • Lebensmittel: 300 bis 400 € pro Monat bei selbst kochen
  • Öffis (Wien-Linien Jahresticket): 365 € pro Jahr
  • Krankenversicherung: 100 bis 220 € pro Monat je nach Status
  • Freizeit, Lehrbücher, Kleinkram: 200 bis 400 € pro Monat

Summe pro Monat realistisch: 1.300 bis 2.000 €, also rund 16.000 bis 24.000 € pro Studienjahr. Über sechs Jahre kommt da eine Größenordnung von 96.000 bis 144.000 € zusammen — der häufig unterschätzte Kostenblock neben den Studiengebühren selbst.

Gesamtkosten über zwölf Semester

Die ehrliche Bandbreite, je nachdem welche Pflichtkurse du brauchst und wie du in Wien lebst:

  • Studiengebühren (12 Semester × 14.179 €): ca. 170.150 €
  • Bewerbungsgebühr: 700 €
  • ÖH-Beitrag (12 Semester × 26,20 €): ca. 315 €
  • Pflicht-Vorbereitungskurs Bio (falls nötig): ca. 850 €
  • Latein-Ergänzungskurs (falls nötig, 4 Sem): ca. 1.920 €
  • Lebenshaltung Wien (6 Jahre): ca. 96.000 bis 144.000 €

Vergleich zur staatlichen Uni

An MUW, MUG, MUI oder JKU kostet das Medizinstudium für EU/EWR-Bürger in Regelstudienzeit faktisch nur den ÖH-Beitrag von rund 26 € pro Semester. Über zwölf Semester sind das etwa 315 € — gegenüber den 170.000 € bei der SFU.

Die Lebenshaltung ist an staatlichen Wiener Unis identisch. Der reine Mehrpreis für ein SFU-Studium gegenüber einer staatlichen Uni in Österreich liegt also bei etwa 170.000 € — exklusive der Pflichtkurse, falls nötig.

Diese Differenz ist nicht „der Preis für leichtere Aufnahme" — die SFU-Aufnahme ist nach Insider-Schätzung ähnlich selektiv wie der MedAT, nur mit anderer Bewertungslogik. Sie ist der Preis für ein anderes Studienformat: kleinere Gruppen, modulares System, psychologischer Schwerpunkt, Klinik-Praxis in kooperierenden Wiener Häusern. Ob dieser Mehrwert die Differenz wert ist, ist eine sehr persönliche Entscheidung.

Finanzierungsoptionen

Eltern oder Familienunterstützung

In der Praxis der häufigste Weg. Wer auf diesem Pfad bewirbt, sollte die Finanzierung schriftlich klären — nicht nur mündlich — und vor dem Bewerbungsinterview einen klaren Backup-Gedanken haben für den Fall, dass die Familienunterstützung wegbricht. Die Psychologen fragen das ab.

Bildungskredit (z. B. KfW-Studienkredit)

Die KfW deckt Studiengebühren und Lebenshaltung bis zu einem monatlichen Maximum, läuft über die Studienzeit und wird nach Studienende getilgt. Für deutsche Bewerber eine etablierte Option. Wichtig: die Konditionen pro Jahr neu bewerten — Zinsen können sich anpassen.

Bildungsfonds und Aufschuldungs-Modelle

Anbieter wie Brain Capital oder Festo Bildungsfonds finanzieren das Studium gegen einkommensabhängige Rückzahlung nach Berufseinstieg. Die Konditionen variieren stark; lohnt sich vor allem für Bewerber mit knapper Eigenfinanzierung, die später ein hohes Arzt-Gehalt erwarten.

BAföG (für deutsche Bewerber)

Auslands-BAföG ist grundsätzlich möglich, deckt die SFU-Studiengebühr aber nicht vollständig. Realistisch ist eine Kombination aus BAföG für Lebenshaltung plus Studienkredit für Studiengebühren.

Nebenjob

Im Medizinstudium möglich, aber in den klinischen Semestern zeitlich eng. Wer plant, einen Großteil über Nebenjob zu finanzieren, unterschätzt meist den Zeitbedarf des Studiums — und scheitert eher am Studium als an der Finanzierung.

Lohnt sich die Investition?

Diese Frage lässt sich nicht objektiv beantworten, sondern hängt von drei Variablen ab:

  • Realistische Berufsperspektive. Ein Arzt-Gehalt in DACH liegt nach mehreren Berufsjahren bei 80.000 bis 150.000 € brutto pro Jahr — ein KfW-Kredit von 170.000 € ist damit innerhalb von etwa zehn Jahren zurückzahlbar, ein Bildungsfonds entsprechend einkommensabhängig.
  • Alternative Wege. Wer im MedAT-Bewerbungsverfahren reelle Chancen hat (gute Naturwissenschaftsbasis, hohe Konzentrationsfähigkeit), gibt mit dem SFU-Studium einen sechsstelligen Betrag aus, den er an einer staatlichen Uni nicht ausgeben müsste. Wer auf staatlichen Wegen mehrfach gescheitert ist, hat die Wahl: weiter warten oder den finanziellen Sprung wagen.
  • Persönliche Risikobereitschaft. Studienverzögerung, Krankheit, Studienabbruch sind nicht ausgeschlossen. Wer das Studium mit allem Mut beginnt, sollte einen Plan haben für den Fall, dass sich das Leben dazwischen meldet.

Unsere Empfehlung: rechne mit der vollen Summe, nicht mit der semesterweisen Rate. Wenn sich die Gesamtbelastung im Ernstfall finanzieren lässt — gut. Wenn nicht, ist eine parallele MedAT-Bewerbung der klügere Weg, bevor du startest und nach zwei Semestern abbrechen musst.

Häufige Fragen

Wie hoch sind die SFU-Studiengebühren 2026?

Ab Wintersemester 2026 beträgt die Studiengebühr 14.179 € pro Semester (zuvor 13.250 €). Über zwölf Semester ergibt das rund 170.000 € allein an Studiengebühren — zuzüglich Bewerbungsgebühr, Pflichtkursen und Lebenshaltung.

Was kostet die Bewerbung an der SFU?

Die Bearbeitungsgebühr für das Aufnahmeverfahren beträgt 700 €. Wer mindestens zehn Werktage vor dem zugeteilten Termin schriftlich zurücktritt, bekommt 600 € rückerstattet. Die SFU behält in jedem Fall 100 € ein.

Muss ich den Vorbereitungskurs zwingend bezahlen?

Nur dann, wenn du den Nachweis von vier Wochenstunden Biologie in der gesamten Oberstufe nicht erbringen kannst. In dem Fall ist der zweiwöchige extracurriculare Vorbereitungskurs im August vor Studienbeginn verpflichtend. Die Kosten liegen bei rund 850 €.

Was kostet der Latein-Ergänzungskurs?

Wer kein kleines Latinum, keine zehn Schul-Wochenstunden Latein und kein gleichwertiges Zertifikat vorweisen kann, muss bis Ende des Bachelorstudiums Latein nachholen. Der von der SFU angebotene 4-semestrige Ergänzungskurs läuft parallel zum Bachelor und kostet pro Semester etwa 480 € — bei vier Semestern also rund 1.920 € zusätzlich.

Gibt es Stipendien oder BAföG-Möglichkeiten?

Auslands-BAföG für Deutsche ist grundsätzlich möglich, deckt aber die SFU-Studiengebühren nicht vollständig. Studienkredite (KfW-Studienkredit, Bildungsfonds) sind die häufigste Lösung. Die Abteilung Med-Accounting der SFU informiert auf Anfrage über Finanzierungsmodelle.

Ist die Studiengebühr in Raten zahlbar?

Ja. Die SFU bietet semesterweise Zahlung als Standard, individuelle Ratenmodelle sind über die Abteilung Med-Accounting verhandelbar. Konkrete Bedingungen klärst du am besten direkt bei der zuständigen Stelle.

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